Sonntag, 28. Oktober 2012

80 Days - Die Farbe der Lust von Vina Jackson



Klappentext:
Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand? 

"Die Farbe der Lust" ist der erste Band der Erotik-Trilogie "80 Days" des britischen Autorenduos, das seine Werke unter dem Pseudonym Vina Jackson verfasst.

Vergleiche zu "Shades of Grey" werden sehr oft gezogen, sind aber meiner Meinung nach nicht angebracht, da der erotische Aspekt hier viel höher ist als der in den Romanen von E.L. James, denn während dort der Fokus auf BDSM in abgeschwächter Form gelegt wurde, wird das Spektrum hier weit großflächiger abgedeckt; so findet sich in "Die Farbe der Lust" alles von Orgien bis Fetischpartys. Es geht stets hoch her.
Der Klappentext klingt sehr ansprechend, doch leider wird dieses Potential nicht komplett ausgeschöpft um einen facettenreichen Roman zu schaffen, der viele unterschiedliche Komponenten miteinander vereint und ein harmonisches Gesamtbild ergibt.
Das Autorenduo hat mir einfach das Augenmerk zu stark auf den Erotik-Teil gelegt und so eine vielversprechende Story ausgebremst, bei der das Zwischenmenschliche leider ein wenig auf der Strecke bleibt. Während man zu Anfang noch einiges über das Leben der beiden Hauptprotagonisten erfährt, beginnt nach und nach ein Strudel aus erotisch aufgeheizter Atmosphäre, der dieses Besondere der ersten Seiten ein wenig vermissen lässt.
Trotz aller Kritikpunkte kann ich dennoch sagen, dass dieser Auftakt das gewisse Etwas versprüht, es hat mich prima unterhalten und konnte sich durch Kurzweil auszeichnen. 
Wenn in den Folgebänden ein Stück weit mehr Wert auf die zwischenmenschliche Interaktion gelegt und eine packende Handlung um die erotischen Szenen herumgewoben wird, ist das Potential genutzt und "80 Days" steht nichts mehr im Wege zu einer tollen Trilogie.

Der Fokus in den Charakterzeichnungen liegt definitiv auf Dominik und Summer, ab und an tritt auch der ein oder andere Nebencharakter stärker auf den Plan, wird aber nicht allzu ausschweifend charakterisiert. Sie bekommen grundlegende Eigenschaften zugesprochen, die aber nicht allzu stark vertieft werden.

Gerade auf den ersten Seiten erfährt man einiges über die beiden Hauptprotagonisten, doch später wird so viel Beischlaf praktiziert, dass ich mir ab diesem Zeitpunkt ein wenig mehr Ausdrucksstärke ihrerseits gewünscht hätte, um starke und einzigartige Charaktere zu schaffen. Denn während man in ihren ersten Begegnungen das erotisch aufgeladene Knistern zwischen ihnen förmlich spürt, weicht diese aufgeheizte Atmosphäre schnell der Leidenschaft und dieses Knistern erlischt leider ein Stück weit. Schade, denn gerade dies hat diesen besonderen Reiz zwischen den beiden Charakteren ausgemacht.

Sprachlich hat das Autorenduo genau den passenden Ton getroffen: Nicht zu gewählt, aber auch nicht vulgär. 

"Die Farbe der Lust" wird stets aus der Sicht von Summer und Dominik erzählt, wodurch die einzelnen Szenen aus unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden und ein atmosphärischeres Bild schaffen. 
Weiterhin sei gesagt, dass dieser Schreibstil sehr direkt und unverblümt zu Lesen ist, sodass gerade die intimeren Szenen detaillierter geschildert werden.

Fazit: Schöner und vielversprechender Auftakt mit Potential nach oben, das hoffentlich in Band zwei zufriedenstellend genutzt wird. Definitiv erst ab 18 Jahren zu empfehlen.



   ,5


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