Dienstag, 9. Oktober 2012

Hexengesicht von Heike Schulz



Klappentext:
So hat sich Josephine die Klassenfahrt nicht vorgestellt. Nicht nur, dass sie sich mit der Esoterikerin Tamara ein Zimmer teilen muss, auch das Kaff, in das sie die Reise geführt hat, ist total öde. Wer will es ihr da verübeln, dass sie sich während einer Besichtigungstour lieber verdrückt? Auch Tamara treibt etwas dazu, sich während des Rundganges abzusetzen. Seltsamerweise begegnen sich die beiden Mädchen vor einem Gemälde in einer kleinen Kirche. Fasziniert ­betrachten sie das geheimnisvolle Bild bis ihnen die Porträtierte plötzlich den Blick zuwendet. Josephine tut das Ereignis als Sinnestäuschung ab. Doch Tamara lässt sich nicht so leicht beruhigen. Schon gar nicht, als sie erfährt, dass die unheimliche Frau vor Hunderten von Jahren als Hexe angeklagt und gefoltert wurde. Was will sie nur von den beiden Mädchen? Gemeinsam beschließen Tamara und Josephine, der Sache nachzu­gehen. Doch als sie die Kirche erneut aufsuchen, ist das magische Gemälde verschwunden. Dafür dringt nun ein Wimmern durch das Gemäuer ...

"Hexengesicht" von Heike Schulz ist ein spannender, paranormaler Jugendroman mit einem wichtigen Thema des 15./16. Jahrhunderts.

Neben der eigentlichen Handlung erfährt der Leser auch ein paar Details aus der Zeit der Hexenverfolgung, die aber größtenteils auch ohne die blutigen Details auskommen, dafür aber die wesentlichen Grundzüge dieses prekären Themas anschaulich darstellen.
Dabei ist die Handlung stets spannend und dem roten Faden wird ohne Abschweifungen gefolgt, dadurch kommt das Wesentliche dieses Buches stärker zum Tragen, ohne dass der Lesesfluss von Nebensächlichkeiten gestört wird.
Auf Jo's und Tamara's Suche nach der Wahrheit eröffnen sich dem Leser nach und nach die Details, ohne dabei zu viel vorweg zu nehmen. Somit bleibt die Spannung gewährleistet und die Neugier geweckt.
Der paranormale Faktor spielt in "Hexengesicht" eine große Rolle, denn viele unerklärliche Begebenheiten tragen sich zu, die am Ende auf einen zufriedenstellenden Schluss zu laufen, der all diese Begebenheiten nachvollziehbar erscheinen lässt.
Ein weiterer wichtiger Punkt innerhalb dieser Geschichte bezeichnet die Alltagsprobleme der Hauptprotagonisten im Teenageralter, welche immer mal wieder eingesät wurden. Manchmal erschienen mir diese an der ein oder anderen Stelle etwas unpassend und hätten meiner Ansicht nach ein wenig reduziert werden können, um den Fokus stärker auf das eigentliche Thema zu legen.
Die Atmosphäre besitzt stets etwas Düsteres und Geheimnisvolles, wodurch ein passendes Umfeld für die von Heike Schulz erdachte Geschichte geboten wird und sich das Thema der Hexenverfolgung gut darin einfügt.

Die beiden Hauptprotagonistinnen aus deren Sicht "Hexengesicht" geschildert wird, könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Eine ist ein esoterischer Hippie und die Andere ein blondes Modepüppchen. Ihre Freundschaft entwickelt sich langsam aber stetig und wirkt daher authentisch, auch ihre Probleme mit dem anderen Geschlecht erscheinen für ihr Alter sehr real. 

Beide wurden interessant und facettenreich gestaltet, sie besitzen die für Hauptcharaktere wichtigen Ecken und Kanten, die für Bücher dieser Art unerläßlich sind.

Der größte Teil dieses Buches ist umgangssprachlich geschrieben worden. Zwar ließ sich der Schreibstil immer flüssig lesen, doch wirkte die Jugendsprache oftmals zu überladen, es erschien mir sehr gewollt. 

Dennoch hat mich "Hexengesicht" auf eine schöne Art und Weise gefesselt und mir unterhaltsame Lesestunden beschert, auch wenn dieses Buch mit seinen etwas über 200 Seiten doch ziemlich dünn ist.

Das Cover sei positiv erwähnt, denn es ist wirklich wunderschön gestaltet worden und weißt viele schöne Details auf. Auch innerhalb des Buches finden sich immer mal wieder optische Hingucker.


   


                               Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag



1 Kommentar:

  1. huch, von dem Buch hatte ich bislang noch nie was gehört oder gesehen .. klingt aber auch total interessant. Auch wenn mich Dein Einwurf zur Umgangssprache doch etwas zögern lässt .. manchmal stört mich dieses "gewollte" dann doch .. na mal sehen, ich werds mal im Auge behalten ...

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