Sonntag, 25. November 2012

Die Prophezeiung der Seraphim von Mascha Vassena



Klappentext:
Paris im Jahr 1789: Frankreich schwebt in höchster Gefahr. Der König ist schwach, und Hunger und Unzufriedenheit treiben das Volk auf die Straßen. Doch hinter der Revolution steckt noch etwas viel Gefährlicheres: Erzengel Cal, der Anführer der Seraphim, plant, mithilfe Ludwigs XVI. die Menschen zu unterjochen. Cal aber hat nicht mit der temperamentvollen Julie und ihrem Zwillingsbruder Ruben gerechnet. Als seine verschollen geglaubten Kinder sind sie die Einzigen, die ihn aufhalten können. Die Jagd auf die ungleichen Geschwister beginnt …

"Die Prophezeiung der Seraphim" ist der Debütroman der deutschen Autorin Mascha Vassena und befasst sich auf eine etwas andere Art mit dem Thema "Engel". 

Erwartet man freundliche Wesen der christlichen Mythologie, so wird man eines besseren belehrt, denn die "Engel" in "Die Prophezeiung der Seraphim" sind das komplette Gegenteil dieser Darstellungsweise und zeichnen sich hier durch Gefühlskälte und Grausamkeit aus. 
Dadurch entsteht eine düstere Atmosphäre, die geheimnisvoll angehaucht ist und das passende Gefühl für diese Geschichte liefert. 
Die Idee zu diesem Buch zeugt von viel Kreativität und Ideenreichtum, da die Autorin sich für ihre Geschichte unterschiedlicher Facetten bediente und neue, sowie alte, bereits bekannte Ideen miteinander verknüpft und eine abwechslungsreiche Handlung geschaffen hat.
Der Spannungsbogen hätte ein wenig ausgereifter sein können, um noch ein Stück weit mehr Tempo in die Geschichte zu bringen, damit diese noch fesselnder hätte sein können. Zwar finden sich keine Längen innerhalb der Handlung, aber ein wenig mehr Spannung hätten diesem Buch noch den letzten Feinschliff verpasst.
Der historische Aspekt in "Die Prophezeiung der Seraphim" spielt für den Verlauf dieses Buches keine allzu große Rolle, denn die Geschichte könnte in jeder beliebigen Zeit spielen. Ab und an kommt dieses Setting zum Tragen, aber nur um eine passende Atmosphäre zu schaffen, die den Gegebenheiten dieses Buches entspricht und sich durch die Lebensweise des 18. Jahrhunderts einfach anbietet.
Am Ende findet sich noch einmal ein packender Showdown, der genau in diese Geschichte passt und nicht zu gewollt wirkt. Dadurch bekommt "Die Prophezeiung der Seraphim" einen krönenden Abschluss, denn in sich ist dieses Buch abgeschlossen, auch wenn das Potential, sowie Stoff für eine Fortsetzung durchaus vorhanden sind (ein paar Fragen stellen sich mir noch).

Die wenigen Charaktere, die für "Die Prophezeiung der Seraphim" eine elementare Rolle spielen, sind gut durchdacht und mit viel Liebe skizziert worden. So erhalten sie Facettenreichtum und unterschiedlichste Charaktereigenschaften, die wichtig für den Verlauf der Geschichte sind.

Einzig Ruben ging mir stellenweise ein Stück weit auf die Nerven, er war mir einfach zu naiv und zu leicht zu beeinflussen; auch wenn diese Punkte wichtig für die Handlung sind, hätte man sie ein wenig beschränken können.
Ansonsten haben mich die Charaktere durchaus überzeugt und passende Figuren für diese Geschichte abgegeben.

Der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig und angenehm zu lesen. Nicht immer hat dieser zum 18. Jahrhundert gepasst, was aber nicht weiter schlimm war, sondern hat diesen eher bereichert. Das Steife dieser Zeit hätte einfach nicht in die Handlung gepasst.

Durch viel Humor in den Dialogen wurde die düstere Atmosphäre stellenweise aufgelockert und konnte den Leser immer mal wieder zu Schmunzeln bringen.
Dieser Schreibstil hat "Die Prophezeiung der Seraphim" enorm bereichert.

 




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