Donnerstag, 15. November 2012

Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater



Klappentext:
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot.

Maggie Stiefvater weiß, wie man tolle Bücher schreibt, das hat sie bereits mit ihren ersten Büchern bewiesen. Auch bei "Rot wie das Meer" wurde der Leser nicht enttäuscht, eher im Gegenteil; er wurde gefangen genommen in eine Welt, die voller Mystik und Geheimnissen steckt, die keine klassischen Spannungselemente braucht, um zu begeistern. Es ist definitiv anders und nicht mit bereits bekannten Büchern vergleichbar; es ist einzigartig.

Die Autorin hat eine wunderbare Atmosphäre für das Setting ihrer Geschichte geschaffen und vermag es, dieses Gefühl perfekt zu transportieren. Man taucht ein in dieses leicht Düstere, aber auch gleichzeitig Wunderschöne, fühlt das Salz auf der Haut und den Wind im Gesicht. Der Leser wird eins mit der Geschichte.
Die abwechselnde Erzählweise aus der Sicht von Puck und Sean schafft eine atmosphärisch dichte Handlung, die durch ihre sanften Zwischentöne zu begeistern weiß und den Leser auf eine Reise nimmt, die er so schnell nicht beenden mag.
Trotz der phantastischen Elemente, die Wasserpferde, hatte man nicht das Gefühl, als wäre Thisby eine andere, erdachte Welt. Man hatte eher das Gefühl, als sei man in eine Zeit zurückversetzt worden, in der Mythen und Legenden Wirklichkeit waren, da Maggie Stiefvater alle Elemente so perfekt miteinander verknüpft hat.
Die Hauptaussage des Buches erscheint philosophischer Natur: " Was ist wirklich wichtig im Leben und wofür lohnt es sich zu kämpfen?" Um diese Fragen hat Maggie Stiefvater eine tolle Geschichte gewoben, die keinerlei Action und überbordende Spannung benötigt um den Leser zu verzaubern.
Das Ende ist in sich abgeschlossen, bietet aber dennoch Potential für Folgebände, die zwar nicht geplant sind, aber dennoch im Rahmen des Möglichen scheinen.

Auch bei den Charakteren setzt die Autorin auf die Zwischentöne. Ihre Gefühle und Beweggründe sind das A und O dieser Geschichte und geben ihren Charakteren viel innere Stärke und Kraft.

Das Hauptaugenmerk liegt stets auf Sean und Puck, aber auch auf den Wasserpferden; alle anderen Personen agieren mehr oder minder stark im Hintergrund, leisten aber einen wichtigen Beitrag zu dieser Geschichte, denn keine dieser Personen ist als überflüssig anzusehen.

Sprachlich sind die Sätze der Autorin nur als sehr philosophisch, gewählt und wunderschön zu bezeichnen. Sie bezeichnen eine sprachliche Schönheit, die elementar für dieses Buch ist und ohne die es nicht das Gleiche wäre. Ihre Worte wirken nach, denn hinter all diesen steckt eine tiefere Bedeutung, die das Gefühl für "Rot wie das Meer" vermitteln. 


 







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