Donnerstag, 20. Dezember 2012

Himmelstiefe von Daphne Unruh



Inhalt:
Vor Kira liegt der erste Tag des letzten Schuljahres und sie ahnt nicht, wie sehr ihre gewohnte Welt bald Kopf stehen wird.
Zuerst trifft sie die Liebe zu dem neuen Schüler Tim wie ein Blitzschlag. Gleichzeitig überfallen sie fiebrig-aggressive Schübe und seltsame Wahrnehmungsstörungen. Was ist nur los? Die Symptome sind erste Anzeichen dafür, dass Kira besondere Fähigkeiten ausbildet. Seltsame Schatten beginnen sie zu verfolgen. Im letzten Moment gelingt ihr die Flucht aus einer psychiatrischen Anstalt, in die ihre Eltern sie gesteckt haben. Mit Hilfe ihrer Chatfreundin Atropa findet sie den Weg in die magische Welt an die Akademie der Elemente, wo sie Leute ihresgleichen trifft. Doch Kira fühlt sich zwischen den Welten. Sie will zurück zu Tim, aber das ist unmöglich, bevor sie nicht gelernt hat, mit ihren erwachenden Kräften umzugehen. Gleichzeitig ist da Leo, zu dem sie sich „magisch“ hingezogen fühlt.
Alle hüten Geheimnisse, die Kiras bisherige Identität völlig aus den Angeln heben. Nach und nach entdeckt sie, dass sie Fähigkeiten besitzt, die weit darüber hinausgehen, ein Element zu beherrschen. Das bedeutet sehr große Macht. Ein Geheimbund, der nicht nur die magische Welt bedroht, sondern auch die reale Welt, will sie mit allen Mitteln auf seine Seite ziehen.

"Himmelstiefe" ist der erste Band einer Reihe, und einer ziemlich außergewöhnlichen noch dazu.

Die Autorin beweist mit ihrem Auftakt eine ungeheure Portion Phantasie und Kreativität, die sie gekonnt zu einer vielschichtigen Geschichte verbindet.
In "Himmelstiefe" finden sich keinerlei Klischees oder altbekannte Elemente der Fantasyliteratur, sondern neue, frische Ideen, die das Lesen zu einem Abenteuer werden lassen.
Die Geschichte ist ab der ersten Seite spannend und bleibt es bis zum Schluss, denn Daphne Unruh hat sich immer wieder Neues ausgedacht und zwischen die Seiten gestreut, sodass man die magische Welt nicht mehr verlassen mag und komplett in diese eintaucht. Jeder noch so kleine Aspekt ist äußerst wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung. Erst am Ende erwacht man wie aus einem Traum, denn die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind hier fließend.
Weiterhin ist die Atmosphäre besonders reizvoll, denn sie versprüht jede Menge Magie und ist voll von Geheimnissen und einer Mischung aus Leichtigkeit, sowie Düsternis, die immer mal wieder an den richtigen Stellen miteingewoben wurden.
"Himmelstiefe" wird stets schlüssig und atmosphärisch dicht erzählt, dadurch entsteht eine eigene komplexe Welt, die keine Wünsche offen lässt, sondern den Leser nach mehr lechzen lässt.
Es werden so viele verschiedene Elemente miteinander verknüpft, sodass "Himmelstiefe" einen ganz besonderen und eigenen Reiz erhält, man erlebt und erfährt stets etwas Neues und ist Teil einer Reise in eine Welt voller Magie. Man weiß nie, was schlussendlich passieren wird, denn die Geschichte lebt von Überraschungsmomenten und Unverfälschtheit, sowie einer gewissen Portion Leichtigkeit, die jede Szene aufleben lässt.
Das Ende ist in sich abgeschlossen, in den Folgebänden wird man mehr über Neve und Minchin erfahren, wobei sich Band vier voraussichtlich wieder mit Kira befassen wird. Man darf also gespannt sein auf weitere Abenteuer in der magischen Welt.

Die Charaktergestaltung hat mir sehr gut gefallen, da sie das gesamte Spektrum an Personen abbildet, die man für eine solche Geschichte benötigt, um authentisch zu sein. Gut und Böse sind dabei nicht nur als Schwarz oder Weiß anzusehen, denn auch hier ist der Übergang fließend und in Graustufen gestaffelt.

Die verschiedenen Charaktere sind alle sehr unterschiedlich gehalten und dabei sehr facettenreich gestaltet, wodurch eine gewisse Komplexität und Vielschichtigkeit gewährleistet wird, die der Leser den Figuren abkauft. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem kleinen, aber ausdrucksstarken Kreis der für den Verlauf wichtigen Protagonisten, mit denen es hoffentlich ein Wiedersehen geben wird.

Ab der ersten Seiten spielt das Kopfkino eine elementare Rolle für das Wohlbefinden des Lesers, denn die Autorin bedient sich einer sehr ausdrucksstarken und bildhaften Sprache, die stets gewählt ist, aber den Figuren immer angemessen. Dabei ist dieser Sprachstil stets rund und flüssig zu lesen, er erzeugt einen tollen Charme, dem der Leser sofort erliegt und ihn eintauchen lässt, in diese erdachte Welt von Daphne Unruh.

Es entsteht eine besondere Mischung aus Leichtigkeit und Dramatik, die unterschiedlichen Szenen wurden jeweils sehr authentisch umgesetzt und spiegeln die Emotionen perfekt wieder. Dabei sind aber nicht nur die actionreichen Szenen packend, sondern jede einzelne Passage nimmt den Leser auf seine Art gefangen und lässt ihn nicht mehr los.







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