Sonntag, 1. September 2013

Wie ich Brad Pitt entführte von Michaela Grünig



Klappentext:
Vicky Leenders, die verwöhnte und etwas naive Tochter eines reichen und einflussreichen Kölner Geschäftsmannes, verliebt sich in Tom Schneider, dem Star einer TV Soap-Opera, die in der Kölner Südstadt spielt. Da für sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität nicht immer eindeutig verlaufen, hält sie das Alkoholproblem, mit dem Tom sich laut der Regenbogenpresse herumschlägt, für echt, und entführt ihn kurzerhand, um ihn zum Entzug zu zwingen. Über ihre Abenteuer bei dieser Entführung schreibt sie in einem Blog.
Natürlich bleibt diese Entführung nicht unbemerkt, sie ruft die Polizei und einen Reporter des lokalen Boulevardblatts auf den Plan…


"Wie ich Brad Pitt entführte" ist ein Chick-Lit-Roman und das Debüt von Michaela Grünig.

Hinter diesem unkonventionellen Titel steckt eine herrlich frische Idee, die im Klappentext schon recht gut wiedergegeben wird. Innerhalb der Handlung wird dann diese Idee vertieft und heraus kommt eine locker-leichte Lektüre,vor allem für weibliche Leser.

Normalerweise gehört Chick-Lit nicht direkt zu meinen bevorzugten Genres, aber aufgrund dieses ansprechenden Klappentextes und der sehr netten Autorin habe ich mich einfach mal in dieses Genre gewagt, und wurde nicht enttäuscht.

Michaela Grünig beginnt ihre Handlung direkt und ohne Umschweife. Lange Vorreden und Charaktereigenschaften finden sich hier nicht und stören daher auch nicht den Einstieg in diesen Roman. Man findet sich sofort gut zurecht und wird sogleich von der lockeren Erzählweise der Autorin gepackt, die ein wenig an die einer Soap erinnert. Auch die typischen Irrungen und Wirrungen einer solchen finden sich hier wieder und bieten so eine schöne und vor allem leichte Lektüre, bei der man nicht viel nachdenken muss, sondern sich einfach fallen lassen und seine Sorgen vergessen kann.

Den einen oder anderen Spannungsmoment bekommt man ebenfalls in "Wie ich Brad Pitt entführte" geboten, sodass nicht nur in Gefühlsduseleien verfallen wird oder oberflächliches Geplänkel zu Tage tritt. Michaela Grünig hat für ihren Roman die nötige Tiefe entwickelt, um ihn authentisch und unverbraucht erscheinen zu lassen, damit man als Leser ordentlich was geboten bekommt und sich so schnell nicht hinter den Buchdeckeln wegbewegt.
Der leichte Krimi-Faktor hebt diesen Roman ein wenig aus dem Chick-Lit-Genre heraus und ist somit auch für Leser anderer Genres zu empfehlen, denen pures Chick-Lit zu oberflächlich ist.

Erzählt wird dieser Roman aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven, die sich im Laufe der Handlung immer stärker annähern und am Ende gänzlich zusammengefügt werden. Diese sind in kurze Kapitel unterteilt, die schnelle Szenenwechsel gewährleisten und man nicht allzu lange auf den Fortlauf der jeweiligen Handlungsstränge warten muss. Gerade das animiert zum Lesen, da man diese unbedingt weiterverfolgen möchte und daher immer weiter liest, bis man schließlich am Ende angelangt ist.

Michaela Grünig erzählt ihren Roman mit einer ordentlichen Portion Witz. Ihre Dialoge sprühen vor Lebendigkeit und Sarkasmus und die Ich-Erzähler-Szenen der Hauptprotagonistin lesen sich teilweise zum weglachen. Auch der flüssige und leichte Schreibstil trägt zu einem angenehmen Lesesog bei, der Kurzweil beschert und den Leser beschwingt durch die Seiten trägt.

Ein kleines Manko war für mich allerdings ab und an die Hauptprotagonistin, die mir für ihr Alter ein wenig naiv und unreif erschien, so konnte ich nicht ganz warm mit ihr werden, wodurch mir letztendlich das gewisse Etwas fehlte, das diesem Roman noch den allerletzten Feinschliff gegeben hätte.

Alles in Allem bietet "Wie ich Brad Pitt entführte" eine frische und unverbrauchte Unterhaltung mit einem locker-leichten Schreibstil und bietet vor allem Fans dieses Genres tolle Lesestunden, aber auch alle anderen werden ihren Spaß bei der Lektüre haben.




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