Dienstag, 19. November 2013

Diese eine Woche im November von Michael Wallner



Klappentext:
Als Julia in Venedig auf Tonio trifft, ist sie fasziniert von dem attraktiven jungen Mann. Während abendlicher Streifzüge zeigt Tonio der schönen Deutschen die verwunschenen Ecken der Lagunenstadt und die beiden kommen sich näher. Ihre Romanze wird jäh gestört, als sie auf die Spuren der Trucidi stoßen, einer geheimen Bruderschaft, die die Stadt vor Hunderten von Jahren regierte. Jetzt ist sie zurück und fordert die Herrschaft über die prunkvollen Palazzi. Julias Vater, ein deutscher Kommissar, ist ihnen bereits auf den Fersen – zu dicht, denn Julia und ihr Vater werden gekidnappt und ihr Leben liegt in den Händen der skrupellosen Gangster. Einzig Tonio kann seine große Liebe noch retten, doch dafür muss er sich dem Großmeister der Bruderschaft stellen ...

"Diese eine Woche im November" ist ein Jugendroman aus der Feder von Michael Wallner.


Zu Beginn steigt man direkt in die Handlung ein und findet sich sofort in Venedig wieder. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers, sodass man Einblicke in so gut wie alle Denkmuster der in diesem Roman auftretenden Personen bekommt, wodurch sich die Handlung verdichtet und man mehr über die Hintergründe bestimmter Handlungen erfährt.


Die Handlung ist spannend und sehr temporeich erzählt. "Diese eine Woche im November" ist zum größten Teil sehr kurzweilig gehalten, weißt aber hin und wieder kleinere zähere Passagen auf.

Durch dieses Tempo kamen mir auch die Beschreibungen Venedigs ein wenig zu kurz, ich hätte mir gewünscht, dass der Zauber der Lagunenstadt noch stärker und greifbarer auf den Leser transportiert wird, so wirkte es stellenweise wie eine Stadt wie jede andere.

Der Klappentext verspricht eine sehr romantische Handlung. Doch in diesem Roman nimmt eindeutig die Thriller-Handlung des größten Part ein. Romantik tritt dabei äußerst selten auf und äußert sich lediglich in Schwärmereien. Nichts allzu Tiefgründiges.

Doch die Thriller-Handlung wurde sehr gut umgesetzt. Mir gefiel besonders gut, dass ein historischer Bezug zu finden ist, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft, wodurch eine starke Verbindung zu Venedig geschaffen wurde.

Besonders identifizieren konnte ich mich mit den Charakteren leider nicht. Durch den allwissenden Erzähler konnten sich die Emotionen und Gedanken nicht allzu stark auf mich übertragen, weshalb sie auf mich ein wenig blass wirkten und ich keinen reellen Bezug zu ihnen herstellen konnte.


Ebenfalls als Manko offenbarte sich der Schreibstil. Er wirkte ein wenig unrund, da die Sätze sehr kurz und abgehakt gestaltet und nicht sonderlich fließend aneinandergereiht wurden. Dieser Schreibstil ließ mich nicht so tief in die Handlung eintauchen, wie ich es mir gewünscht hätte.


Das Ende offenbarte mir letztendlich das, was mir schon im Laufe der Lektüre aufgefallen war; die Schwärmereien. Die Situation kam mir einfach zu plötzlich und aus dem Zusammenhang gerissen, um für mich authentisch zu sein. Mehr will ich dazu nicht sagen, sonst würde ich zu viel verraten.


Fazit: Ein in Venedig verwurzelter Roman, der den Zauber dieser Stadt nicht recht einfangen konnte und der einen oder anderen weiteren kleinen Schwäche, aber mit einer spannenden Thriller-Handlung.




                                                                 

1 Kommentar:

  1. Hey :-)

    Eben habe ich meine Rezension zu "Diese eine Woche im November" online gestellt und muss nun mal schauen, was andere so zu diesem Buch meinen ... Mich hat es ja erstaunt, dass das Buch kaum auf Blogs zu sehen ist, mich hat der Titel und das Cover nämlich sofort angesprochen.
    Der Inhalt hat mich dann aber leider nicht vom Hocker gerissen. Da habe ich mir wesentlich mehr erwartet.
    Ich habe mich mit dem Schreibstil schwer getan und die Romantik und das Flair von Venedig haben mir gefehlt .... und das Ende! Achtung Spoiler ..... Da schreibt der gute Herr einige Seiten vor dem Ende, es sei mehr als nur Verliebtheit und dann das Ende! Realistisch bleiben ist ja ok, aber so ... *grml*

    lg Favola

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