Montag, 6. Januar 2014

Es wird keine Helden geben von Anna Seidl



Klappentext:
Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

"Es wird keine Helden geben" ist das Debüt der jungen Autorin Anna Seidl und setzt sich mit einem ebenso brisanten wie schockierenden Thema auseinander.


Schon ab der ersten Seite ist man von dieser aufwühlenden Geschichte gefesselt. Sie ist so intensiv und real erzählt, dass man das beklemmende Gefühl der Hauptprotagonistin am eigenen Leibe verspürt und tief in ihr Seelenleben eintaucht. 


Dabei ist ihr Gefühlsspektrum sehr weit gefächert; Hass, Trauer, Wut; all diese Emotionen wechseln sich auf ebenso intensive wie eindringliche Art und Weise ab. Schmerz ist allgegenwärtig und auf jeder Seite zu finden. Dieser beschert eine ungeheure Form der Dramatik, die sich tief in das Gefühl des Lesers einbrennt und ihn nachdenklich stimmt.


Die Realität verbindet sich stets aufs Neue mit Gedanken und Gefühlen, aber auch kleinste Erinnerungen bereichern die Geschichte um ein Vielfaches und verstärken die mannigfaltigen Emotionen in diesem Roman. Man versteht dadurch die Hauptprotagonistin Seite um Seite immer ein Stück mehr und teilt ihr Inneres.


Durch dieses Thema und seine Brisanz, wird der Leser sehr nachdenklich gestimmt und stellt sich die Frage des "Warum?". Können wir solche Ereignisse verhindern? Wodurch werden sie ausgelöst? Ist man gar selber Schuld? Genau diese Fragen stellt sich Miriam und rekapituliert noch einmal alle elementaren Ereignisse vor dieser Tat, wodurch man ein sehr intensives Bild erhält, das noch lange nachwirkt.


Die Atmosphäre ist zu jeder Zeit sehr beklemmend und intensiv und daher nicht unbedingt das Richtige für zartbesaitete Leser. 


"Es wird keine Helden geben" ist ein sehr authentischer Roman, der mit einem ungeheurem Einfühlungsvermögen und jeder Menge Emotionen erzählt wird. Dabei besitzt die junge Autorin einen so eindringlichen und durchringenden Schreibstil, dass dieser Roman tief ins Innere vordringt und nicht einfach so nach dem Lesen abgehakt werden kann.


Fazit: Eindringlich, intensiv, bewegend. Ein Roman der berührt und aufgrund seiner Dramatik ein beklemmendes, aber authentisches Gefühl verursacht.




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