Samstag, 30. Januar 2016

Northanger Abbey von Val McDermid



Klappentext:
Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern. Die sie im ländlichen Piddle Valley niemals finden wird! Doch dann darf sie ihre Nachbarn, die Allens, zu einem Kulturfestival nach Edinburgh begleiten. Wo sie nicht nur unerwartet in Bella Thorpe eine neue Freundin findet, sondern sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als Henry und seine Schwester Eleanor sie auf den schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einladen, geht Cats Fantasie mit ihr durch. Was, wenn hier ein Verbrechen stattgefunden hat? Und tatsächlich wird es für sie gefährlich – wenn auch auf unerwartete Weise.

"Northanger Abbey" ist eine Neuinterpretation des gleichnamigen Jane Austen Klassikers aus der Feder von Val McDermid.

Schon der Hintergrund dieses Buches, sowie der Klappentext lassen das Leserherz höher schlagen. Eine Neuinterpretation eines Jane Austen Klassikers in einer Kombination mit einer büchersüchtigen Hauptprotagonistin macht definitiv Lust, und vorallem neugierig auf diese Geschichte.

Schon auf den ersten Seiten wird Cat Morland dem Leser sofort sympathisch und man kann sich auch gut mit ihr identifizieren. Im Laufe der Handlung wächst sie dann, mit ihrer unvoreingenommenen und positiven Art immer das Beste in den Menschen zu sehen, immer mehr ans Herz. Man fiebert mit ihr mit und schmunzelt über ihre eigentümlichen Fantasien im Bezug auf spezielle Aspekte.

Die Geschichte ist nicht übermäßig spannend, lebt sie doch von den zwischenmenschlichen Beziehungen und den vielen Geheimnissen und Ränkespielen, besitzt aber dennoch einen tollen Lesesog, von dem man sich, trotz der nachfolgenden Kritikpunkte, nur allzu gern gefangen nimmt. Im Laufe des Romans offenbaren sich so einige menschliche Abgründe, die "Northanger Abbey" zu einem ganz besonderen Charme verhelfen und so eine unterschwellige Spannung heraufbeschwören.

Besonders passend zeigt sich hier das Setting. Erst Edinburgh mit seiner geschichtsträchtigen Altstadt, dann der Norden Schottlands mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre, welche perfekt zu dieser Geschichte passen und das Geheimnisvolle unterstreichen.

Val McDermid ist es definitiv geglückt, die Geschichte aus Jane Austens Feder neu zu interpretieren und in unsere Zeit zu transferieren, ohne dabei den Kern der Originalgeschichte aus den Augen zu verlieren. So bleibt der rote Faden aus Jane Austens "Northanger Abbey" erhalten, lediglich die Epoche ist eine andere.

Allerdings fehlt dem Roman oftmals die nötige Tiefe, um lebendig zu erscheinen. Man hätte hier und da die Geschichte unterfüttern und verdichten müssen, um den Charakter noch stärker heraufzubeschwören und dem Leser die Chance zu geben, vollends in die Welt um "Northanger Abbey" eintauchen zu können. Viele Aspekte wurde auch viel zu schnell abgehandelt, bevor man ihnen richtig gewahr wurde und ihren tieferen Sinn verstehen konnte. Die knapp 300 Seiten sind für eine derartige Geschichte einfach zu wenig, um sich komplett entfalten zu können.

Auch das Ende war, meines Erachtens, viel zu schnell abgehandelt, sodass man dieses nicht komplett genießen konnte.

Fazit: Tolle Neuinterpretation des Jane Austen Klassikers, der viel Positives, aber auch den einen oder anderen negativen Aspekt bereithält. Das Potential hätte noch umfassender genutzt werden können, um den Leser vollends zu überzeugen. Gut, aber das letzte gewisse Etwas fehlte leider.




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